HLTV hat die EVP- und All-Star-Ehrungen des Esports World Cup 2026 vergeben. Zum Event-MVP wurde Danil „donk“ Kryshkovets von Spirit gekürt, der mit einem Rating über 1,50, 1,32 Kills pro gewonnener Runde und einer Multi-Kill-Quote von 27,4 Prozent über neun Maps eine dominante Vorstellung ablieferte. Zusätzlich vergab HLTV elf „Exceptional Value Player“-Auszeichnungen (EVP) sowie ein fünfköpfiges All-Star-Team.
Wer wurde neben donk noch geehrt, welche Rolle spielten deutsche und europäische Spieler bei den Awards, und was sagen diese Auszeichnungen über die aktuelle Kräfteverteilung in der CS2-Weltspitze aus?
Der MVP-Titel ging unangefochten an donk von Spirit. Seine Zahlen über das gesamte Turnier – Rating über 1,50, 1,32 Kills pro gewonnener Runde und eine Multi-Kill-Rate von 27,4 Prozent auf neun gespielten Maps – markieren eine der konstantesten Top-Leistungen des CS2-Jahres 2026. Donk gilt bereits seit längerem als einer der explosivsten Spieler der Szene, seine MVP-Kürung beim milliardenschwer dotierten Esports World Cup unterstreicht seinen Anspruch auf den Titel des besten Spielers der Welt in diesem Jahr.
Die EVP-Ehrung (Exceptional Value Player) würdigt herausragende Einzelleistungen unabhängig vom Turnierausgang. Unter den elf Ausgezeichneten finden sich neben donk unter anderem Santino „try“ Rigal (Legacy) mit einem Turnier-Rating von 1,26 als Bronzemedaillengewinner, Ilya „m0NESY“ Osipov (Falcons) mit dem turnierbesten Einzelwert von 1,56 in begrenzter Einsatzzeit, sowie Danil „molodoy“ Golubenko (FURIA), der damit bereits seine vierte EVP-Auszeichnung des Jahres 2026 einfährt.
Weitere Preisträger sind Kaike „KSCERATO“ Cerato (FURIA) mit 1,26 Rating außerhalb der schwächeren Decider-Map, Dmytro „dem0n“ Myroshnychenko und Yasin „xfl0ud“ Koç (beide FUT, Koç mit seiner ersten EVP überhaupt), Dmitry „sh1ro“ Sokolov (Spirit, ebenfalls vierte Auszeichnung des Jahres), Bruno „latto“ Rebelatto (Legacy, dritte Ehrung), Mathieu „ZywOo“ Herbaut (G2) mit gleich fünf Player-of-the-Map-Performances sowie Nikita „tenzy“ Kochenyuk (magic), der die Auszeichnung trotz frühen Ausscheidens erstmals in seiner Karriere erhielt.
Das offizielle All-Star-Team des Turniers besteht aus fünf Spielern in klar definierten Rollen: donk als Rifler, magixx als Support (beide Spirit), try als AWPer und n1ssim als Anchor (beide Legacy) sowie KSCERATO als Closer für FURIA. Auffällig ist die geballte Präsenz von Spirit und Legacy mit jeweils zwei Spielern im finalen Line-up – ein Hinweis darauf, dass beide Organisationen ihre Kader in diesem Turnierzyklus optimal aufeinander abgestimmt hatten.
Für die DACH-Szene bleibt der Esports World Cup 2026 ein Turnier, bei dem deutsche und österreichische Teams bislang noch nicht in die Award-Diskussion vorstoßen konnten – weder BIG noch MOUZ oder Sprout tauchen unter den EVP- oder All-Star-Nennungen auf. Das zeigt den Abstand, den DACH-Organisationen zur absoluten Weltspitze aktuell noch aufweisen, gleichzeitig aber auch das Potenzial, das mit Talenten wie xelex perspektivisch in diese Richtung entwickelt werden könnte.
Der Esports World Cup hat sich seit seiner Einführung zu einem der finanziell bedeutendsten Turniere im gesamten Esports-Kalender entwickelt, mit einem Preisgeldsystem, das teils weit über klassische Major-Preisgälder hinausgeht. Dass die begehrten Award-Kategorien fast ausschließlich an Spieler aus dem engsten Weltklasse-Zirkel gehen – Spirit, FURIA, Legacy, G2, FUT und Falcons – unterstreicht, wie konzentriert die Weltspitze aktuell ist. Anders als bei klassischen Major-Turnieren, bei denen auch Außenseiter für Überraschungen sorgen können, spiegeln die EVP- und All-Star-Ehrungen des Esports World Cup eher die etablierte Hackordnung der Szene wider.
Für Zuschauer aus der DACH-Region liefert die Award-Liste zudem eine nützliche Orientierung für die kommende Turniersaison: Spieler wie donk, ZywOo oder m0NESY, die hier geehrt wurden, gehören praktisch sicher auch bei den nächsten großen Events wie IEM Beijing oder dem nächsten Major zu den Spielern, auf die man als Zuschauer besonders achten sollte. Für BIG, MOUZ und Sprout bleibt der Abstand zu dieser Riege damit weiterhin die zentrale Messlatte im laufenden Turnierjahr, gerade mit Blick auf die kommenden Major-Qualifikationen.
Danil „donk“ Kryshkovets von Spirit wurde mit einem Rating über 1,50 zum Turnier-MVP gekürt.
EVP steht für „Exceptional Value Player“ und würdigt herausragende Einzelleistungen unabhängig davon, wie weit das jeweilige Team im Turnier kam.
Spirit und Legacy stellten mit jeweils zwei Spielern die meisten Nominierten im fünfköpfigen All-Star-Team.
Nein, weder EVP- noch All-Star-Auszeichnungen gingen an Spieler von BIG, MOUZ oder Sprout.
HLTV vergab insgesamt elf EVP-Auszeichnungen für den Esports World Cup 2026.
Quelle: HLTV.org – The EVPs and All-Stars of Esports World Cup 2026, veröffentlicht am 1. September 2026.