Der geplante Verkauf der CS2-Sparte von 3DMAX an den französischen YouTuber Cyril „CyrilMP4“ Soudant ist im August 2026 endgültig gescheitert. Grund waren laut übereinstimmenden Berichten weiter steigende Schulden der Organisation bei gleichzeitig zusätzlichen Forderungen der Führungsebene während der laufenden Verhandlungen. Insgesamt soll 3DMAX inzwischen rund 2 Millionen Euro an offenen Verbindlichkeiten angehäuft haben – bestehend aus unbezahlten Spielergehältern, ausstehenden Bonuszahlungen und Erlösen aus Major-Stickern, die nie an das Team ausgezahlt wurden. Für den französischen Roster bedeutet das akute Ungewissheit über die eigene sportliche Zukunft, mitten in einer laufenden Saison.
3DMAX-Präsident Stéphane Pons erklärte die Ursache der Krise mit einem „Betrug durch einen ehemaligen Partner der Organisation“. Sämtliche Team-Einnahmen, inklusive Sticker-Erlösen, seien demnach verschwunden, bevor Pons im Mai 2025 sein Amt übernahm. Was zunächst als sechsstelliger Schaden eingeschätzt wurde, hat sich seither auf einen Betrag nahe der Millionengrenze in Euro ausgeweitet.
Nach Recherchen von Reporter Sebastien „KRL“ Perez sind sowohl aktuelle als auch ehemalige Mitarbeiter der Organisation betroffen. Zu den aktuellen Stimmen zählen AWPer und IGL Bryan „Maka“ Canda sowie Head Coach Damien „wasiNk“ Dufour. Ehemalige Angestellte wie Ex-Coach Pierre „YouKnow“ Marco und der mittlerweile bei Luminosity gebenchte Aurimas „Bymas“ Pipiras berichten von ähnlichen Mustern: Zahlungen kamen regelmäßig verspätet und deckten laut YouKnow „nie den aktuellen Monat, sondern immer nur einen bereits überfälligen Monat“ ab. Bymas bezifferte seine eigenen offenen Forderungen an die Organisation auf „Zehntausende von Dollar“. Maka wandte sich öffentlich an die Community und bat um Unterstützung für anstehende LAN-Teilnahmen des Teams.
3DMAX stand bereits Anfang 2026 kurz vor einer Lösung: Die spanische Organisation Team Heretics führte ab Januar intensive Gespräche und bot an, rund 75 Prozent der offenen Zahlungen – etwa 1,3 Millionen Euro – zu übernehmen, während der Rest bei 3DMAX-Präsident Benoit Compagnaud verbleiben sollte. Die Verhandlungen scheiterten letztlich an mehreren Faktoren gleichzeitig: steigenden Transaktionskosten durch die Verzögerungen, Schwierigkeiten bei der exakten Berechnung der Gesamtschulden sowie wiederholten Verzögerungen und späten Nachverhandlungswünschen seitens Compagnaud. Zusätzlich verschärfte die verpasste Qualifikation für den Cologne Major die Lage, weil damit eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle wegfiel. Der anschließende Versuch mit CyrilMP4 folgte einem ähnlichen Muster und scheiterte aus vergleichbaren Gründen.
3DMAX selbst ist eine französische Organisation ohne direkten Bezug zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz, doch der Fall ist für die DACH-Community aus zwei Gründen relevant. Erstens zeigt er exemplarisch, wie fragil die finanzielle Basis selbst europäischer Top-Organisationen sein kann – eine Warnung, die auch für deutsche Strukturen wie BIG oder Sprout Academy nicht ohne Belang ist, wenn Sponsoring-Einnahmen wegbrechen oder Investoren aussteigen. Zweitens ist der französische Roster international konkurrenzfähig und regelmäßiger Gegner deutscher Top-Teams auf der Weltrangliste; ein möglicher Kollaps von 3DMAX würde talentierte Spieler auf den Transfermarkt spülen, auf dem auch DACH-Organisationen aktiv nach Verstärkung suchen. Ein Roster-Zerfall bei 3DMAX könnte somit indirekt Bewegung in den deutschen und europäischen Transfermarkt bringen.
Die öffentlichen Statements von Maka, wasiNk, YouKnow und Bymas haben in der Community für erhebliches Echo gesorgt, weil sie einen seltenen Einblick in die finanzielle Realität hinter den Kulissen einer europäischen Top-20-Organisation geben. Während Preisgelder und Sponsoring-Deals nach außen oft nach solider Struktur aussehen, zeigt der Fall 3DMAX, wie schnell eine einzelne handelnde Person – in diesem Fall ein früherer Partner, dem laut Pons der Betrug zur Last gelegt wird – eine ganze Organisation in eine Schuldenspirale reißen kann. Bemerkenswert ist zudem, dass die Spieler trotz der Zahlungsrückstände sportlich weiter für die Organisation angetreten sind, was die Abhängigkeit vieler Profis von ihrem aktuellen Vertrag und ihrer VRS-Position verdeutlicht: Ein Wechsel mitten in der Saison hätte Punkteverlust und damit schlechtere Chancen auf zukünftige Einladungen bedeutet. Genau diese Zwickmühle – bleiben und auf Zahlung hoffen oder gehen und Ranking-Punkte verlieren – dürfte auch bei künftigen ähnlichen Fällen eine Rolle spielen.
Berichten zufolge belaufen sich die offenen Verbindlichkeiten der Organisation auf rund 2 Millionen Euro, verteilt auf Gehälter, Bonuszahlungen und nicht ausgezahlte Sticker-Erlöse.
Die Schulden der Organisation stiegen während der laufenden Verhandlungen weiter an, während die Führungsebene gleichzeitig zusätzliche Forderungen stellte – daraufhin zog sich CyrilMP4s Team aus den Gesprächen zurück.
Der Roster steht aktuell ohne Organisation da. Die Spieler gehen laut Berichten selbst davon aus, dass eine Rückzahlung der offenen Gehälter unwahrscheinlich ist, rechtliche Schritte laufen bereits.
Team Heretics führte ab Januar 2026 monatelange Verhandlungen und bot an, den Großteil der Schulden zu übernehmen, scheiterte aber letztlich an Compagnauds Nachforderungen und den steigenden Kosten.
Pons spricht von einem Betrug durch einen früheren Partner der Organisation, durch den sämtliche Team-Einnahmen vor seinem Amtsantritt im Mai 2025 verschwunden seien.
Quellen: Dust2.us – 3DMAX Members Make Statements on Unpaid Salaries, Sheep Esports – 3DMAX Deal with CyrilMP4 Collapses