BIG hat die Chance auf einen direkten Major-Slot über das 1win Private Club Season 2 verpasst. Im entscheidenden Showdown um den letzten Stage-2-Platz unterlag das deutsche Team The MongolZ am 22. Oktober 2026 mit 1:2 und schied aus dem Turnier aus. Die Mongolen nutzten den Schwung und krönten sich wenige Stunden später mit einem 3:0 gegen PARIVISION zum Champion des Turniers in Belgrad – ihr erster Titel seit dem Gewinn des Esports World Cup 2025.
Das 1win Private Club Season 2 war eines der letzten großen LAN-Turniere vor der Stichtags-Phase für Stage-2-Direkteinladungen zum kommenden Major. BIG war über die obere Runde des Playoff-Baums gegangen und hatte The MongolZ dort bereits am 21. Oktober mit 2:0 bezwungen – ein Ergebnis, das Kapitän tabseN und Co. die Major-Chance laut eigener Einordnung auf rund 37 Prozent hob. Weil BIG zuvor aber bereits gegen PARIVISION verloren hatte, mussten sie den Umweg über die Verlustseite des Brackets nehmen. Dort trafen beide Teams am 22. Oktober erneut aufeinander – dieses Mal im Showdown um den letzten Platz im oberen Playoff-Ast.
The MongolZ drehten die Partie: Nach einer 4:13-Niederlage auf Cache gewannen die Mongolen Inferno mit 13:3 und machten auf Mirage mit 13:7 den 2:1-Sieg perfekt. Für BIG bedeutete das das Ausscheiden aus dem Turnier und vorerst offene Fragen zur weiteren Major-Qualifikation über andere Turniere.
The MongolZ gingen mit einem frisch umgebauten Kader ins Turnier. Rückkehrer Anarbileg „cobrazera“ Uuganbayar war wieder aktiver Teil der Startformation, während Yesuntumur „nin9“ Gantulga – zuvor bei The Huns – sein Debüt feierte. Benchspieler Azbayar „Senzu“ Munkhbold hatte das Team zuvor verlassen, ebenso Ayush „mzinho“ Batbold, der zu BC.Game wechselte. Nach mehreren frühen Gruppenausscheidungen und einem letzten Platz beim FISSURE Playground 3 stand die direkte Stage-2-Einladung der Mongolen auf der Kippe. Der Turniersieg dürfte dieses Risiko nun beseitigt haben.
Im Finale gegen PARIVISION (13:6 auf Ancient, 13:11 auf Mirage, 13:4 auf Dust2) war ausgerechnet Neuzugang nin9 der auffälligste Spieler: 1,56 Rating, 53:32 Kills-Deaths und 91,1 Average Damage Round bei einer sehr ruhigen restlichen Turnierleistung zuvor. Bei PARIVISION konnte nur xiELO mit 1,28 Rating einigermaßen mithalten, während Star-Spieler Jame (0,84) und HObbit (0,67) im Finale deutlich abfielen.
Für BIG ist das Aus im 1win Private Club Season 2 ein Rückschlag in einer ohnehin durchwachsenen zweiten Saisonhälfte. Das deutsche Flaggschiff-Team liegt laut dem turnierinternen VRS-Impact-Wert aktuell bei Rang 37 der Weltrangliste – deutlich hinter MOUZ, dem aktuell bestplatzierten deutschen Team im internationalen Spitzenfeld. Ohne den Turniersieg bleibt BIG auf andere Qualifikationswege für das kommende Major angewiesen, etwa über die regulären Closed- oder Open-Qualifier-Stufen. Die Partie unterstreicht erneut, wie eng das Feld hinter den etablierten Top-Teams wie Spirit, Vitality oder Aurora inzwischen zusammengerückt ist: Noch vor wenigen Wochen galt die Stage-2-Einladung für BIG als nahezu sicher, jetzt entscheidet im schlimmsten Fall ein einziges enges Map-Score über die komplette Saisonplanung.
Gleichzeitig zeigt der Titel von The MongolZ, wie volatil die aktuelle CS2-Szene abseits der etablierten Top 5 ist. Teams, die noch vor wenigen Wochen in der Krise steckten, können mit einem einzigen starken Wochenende ihre komplette Saison retten – eine Lehre, die auch für deutsche Teams wie BIG, MOUZ oder Sprout mit Blick auf die kommenden Wochen vor dem Major-Stichtag relevant bleibt.
The MongolZ müssen ihren frischen Schwung praktisch sofort bestätigen: Bereits am 24. Oktober 2026 startet in Bukarest das PGL Masters Bucharest mit einem direkt eingeladenen Startplatz für die Mongolen – Auftaktgegner in der Best-of-three-Swiss-Phase ist ausgerechnet Aurora, eines der Teams, die zuletzt im VRS-Impact-Wert knapp vor ihnen lagen. Das Turnier gilt als letztes großes LAN-Event vor dem Stichtag für Singapur-Major-Einladungen am 2. November und dürfte über den tatsächlichen Wert des frischen Titels mitentscheiden. Für BIG bedeutet das Ausscheiden dagegen zunächst eine Pause von der großen Bühne: Ohne Einladung zum PGL-Event in Bukarest bleibt dem Team nur der Weg über kleinere Turniere und die offiziellen Qualifikationsrunden, um sich doch noch für das Major zu empfehlen.
Der laut Artikel unmittelbar nach dem Finale erhobene VRS-Impact-Wert liefert dazu ein Schlaglicht auf das aktuell eng gestaffelte Mittelfeld: PARIVISION führt trotz Finalniederlage mit 1581 Punkten (plus 72) weiterhin die Rechnung an, gefolgt von The MongolZ (1452, plus 281 – der größte Sprung aller Teams durch den Turniersieg), Liquid (1449, minus 28) und BIG (1430, plus 41 trotz des Ausscheidens, weil der Sieg gegen The MongolZ im oberen Bracket ebenfalls eingerechnet wird). Dahinter folgen magic (1424), fnatic (1424), Alliance (1355) und PRIVATE (1237). Diese Wertung kann sich laut Turnierseite noch leicht verschieben, zeigt aber schon jetzt: Zwischen Rang drei und acht liegen nur rund 200 Punkte – ein Bereich, in dem bereits ein einziges weiteres LAN-Resultat über eine Major-Einladung entscheiden kann. Für deutsche Fans bleibt damit vor allem eine Frage interessant: ob BIG dieses enge Fenster in den kommenden Wochen noch nutzen kann, oder ob die Mannschaft zusehen muss, wie sich das Feld an ihr vorbeischiebt.
Beide Teams trafen sich zunächst im oberen Playoff-Ast, wo BIG am 21. Oktober mit 2:0 gewann. Weil BIG zuvor an PARIVISION gescheitert war, folgte ein zweites Duell in der unteren Bracket-Runde – dieses gewann The MongolZ am 22. Oktober mit 2:1 und schickte BIG damit aus dem Turnier.
Vor dem 1win Private Club Season 2 hatten die Mongolen zuletzt den Esports World Cup 2025 gewonnen – der neue Titel beendet somit eine rund 14-monatige Durststrecke ohne LAN-Trophäe.
Das Ausscheiden verschlechtert BIGs Ausgangslage für eine direkte Stage-2-Einladung, bedeutet aber laut aktuellem Stand nicht automatisch das Verpassen des Majors insgesamt. Das Team hat weiterhin die Möglichkeit, sich über andere Qualifikationsturniere einen Startplatz zu sichern.
nin9 von The MongolZ erzielte mit 1,56 Rating die beste Einzelleistung des Finaltages – ein bemerkenswerter Auftritt für einen Spieler, der erst wenige Tage zuvor zum Team gestoßen war.
Quelle: HLTV.org. Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026.