Nordic Partners Gaming trennt sich von Ville „myltsi“ Vilkman: Die Organisation gab die Freistellung des finnischen Riflers in den vergangenen Tagen bekannt und begründete den Schritt mit „überlappenden Rollen und ähnlichen Stärken innerhalb des Kaders“. Im Team bleibt dagegen der deutsche Rifler Nils „k1to“ Gruhne, der damit vorerst einziger DACH-Bezug im internationalen Kader der dänisch geprägten Organisation bleibt. Der Umbau kommt nur wenige Tage, nachdem Nordic Partners bereits ihre Teilnahme an der DraculaN Season 7 abgesagt hatte – ein Hinweis darauf, dass das Team nach einer enttäuschenden Herbstkampagne grundsätzlicher an seiner Aufstellung arbeitet, als es auf den ersten Blick erscheint.
Ville „myltsi“ Vilkman war Teil des Line-ups, das Nordic Partners erst im Spätsommer 2026 rund um den AM-Kader aufgebaut hatte. Die Organisation begründete die Freistellung offiziell mit internen Überschneidungen im Rollenprofil des Kaders, ging aber nicht näher auf konkrete taktische oder sportliche Differenzen ein. Sowohl myltsi als auch sein bisheriger Teamkollege äußerten sich auf X öffentlich zu dem Schritt und machten deutlich, selbst noch unsicher zu sein, wie es für sie weitergeht – ein Hinweis darauf, dass die Entscheidung kurzfristig fiel und nicht lange im Vorfeld kommuniziert wurde.
Die jetzige Formation geht auf eine Kaderumstellung vom 27. Juli 2026 zurück, als Nordic Partners Gaming den eingespielten Kern des Teams AM übernahm – darunter neben myltsi und k1to auch Max „Marix“ Kugener – und ihn um Mikkel „Maze“ Sparvath sowie Maciej „Muciek“ Mordal zum fünfköpfigen Kader ergänzte. Der Gedanke dahinter: ein bereits eingespieltes Line-up aus der zweiten Reihe des europäischen CS2 zu übernehmen, statt einzelne Spieler neu zusammenzustellen, und darüber schneller wieder an internationale LAN-Teilnahmen heranzukommen. Genau an diesem Plan hakt es nun jedoch bereits wenige Wochen später: Statt der erhofften Stabilität zeigte der Kader bei den ersten großen Härtetests spielerische Schwächen, die sich zuletzt in der enttäuschenden Platzierung bei ROG JOURNEY Autumn niederschlugen und offenbar auch die Rollenüberschneidungen offenlegten, mit denen die Organisation die Freistellung von myltsi nun begründet.
Der Kaderschnitt fällt in eine ohnehin schwierige Phase für die Organisation: Erst Anfang Oktober hatte Nordic Partners seine Teilnahme an der DraculaN Season 7 zurückgezogen und das selbst mit den Worten begründet, man sei „aktuell nicht auf dem Niveau, auf dem wir sein wollen“. Zuvor hatte das Team bei ROG JOURNEY Autumn lediglich einen 13.-bis-16.-Platz erreicht und war in der Gruppenphase unter anderem gegen Eternal Fire, SINNERS und 100 Thieves chancenlos geblieben. Die Freistellung von myltsi ist damit weniger eine isolierte Personalentscheidung als vielmehr Teil eines größeren Versuchs, nach einer enttäuschenden Herbstkampagne die Weichen neu zu stellen, bevor die nächste Qualifikationsphase beginnt.
Für die deutsche Community ist vor allem die Personalie Nils „k1to“ Gruhne interessant, der von der Freistellung seines finnischen Teamkollegen nicht betroffen ist und im Kader von Nordic Partners verbleibt. Als einziger deutscher Spieler in einer ansonsten international und vor allem nordisch geprägten Organisation nimmt k1to damit automatisch eine Schlüsselrolle für die anstehende Neuausrichtung ein: Wie Nordic Partners den Umbau fortsetzt und welche neuen Mitspieler auf myltsis Position rücken, dürfte maßgeblich mitbestimmen, ob sich für den deutschen Rifler mittelfristig eine Perspektive auf höherem internationalem Niveau ergibt oder ob auch sein Platz im Kader über kurz oder lang zur Disposition steht.
Kaderumbauten wie bei Nordic Partners sind im Herbst 2026 keine Ausnahme: Gerade außerhalb der absoluten Weltspitze reagieren viele Organisationen nach enttäuschenden LAN-Ergebnissen inzwischen deutlich schneller mit personellen Einschnitten als noch vor ein bis zwei Jahren, um rechtzeitig vor den nächsten Qualifikationsfenstern wieder wettbewerbsfähig zu sein. Für deutsche Spieler wie k1to, die ihre Karriere bislang überwiegend außerhalb der großen DACH-Organisationen BIG, MOUZ oder Sprout aufgebaut haben, bedeutet das eine zusätzliche Unsicherheit: Anders als bei einem etablierten Top-Team hängt die eigene Perspektive bei einer Organisation wie Nordic Partners unmittelbar an kurzfristigen Ergebnissen und den daraus folgenden Kaderentscheidungen des Managements.
Die Organisation nennt offiziell „überlappende Rollen und ähnliche Stärken im Kader“ als Grund und verweist nicht auf konkrete sportliche Differenzen.
Ja, Nils „k1to“ Gruhne ist von der Freistellung nicht betroffen und bleibt vorerst im Kader der Organisation.
Das Team erreichte bei ROG JOURNEY Autumn nur Platz 13 bis 16 und zog seine Teilnahme an der DraculaN Season 7 anschließend zurück.
Nein, k1to ist aktuell der einzige deutsche Spieler im international besetzten Kader von Nordic Partners, nicht bei BIG, MOUZ oder Sprout.
Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2026. Quellen: HLTV.org (Kaderschnitt), HLTV.org (DraculaN-Rückzug), HLTV.org (Kaderbildung).