Analyst Finn "Mischief" Farrer hat mit OpenVRS ein frei zugängliches Tool veröffentlicht, das Fans erlaubt, die Qualifikation für das nächste CS2 Major selbst durchzurechnen. Das Projekt reagiert auf eine verbreitete Kritik an Valves offizieller Rangliste, der Valve Ranking Standing (VRS): Sie ist nicht öffentlich einsehbar und ihre genaue Berechnungsmethode bleibt intransparent. "VRS is very confusing; it's closed and it's not easy", erklärte Farrer den Beweggrund für sein Projekt gegenüber HLTV – eine Einschätzung, die in Fan- und Analysten-Kreisen seit der Einführung des Systems immer wieder geteilt wird, gerade weil einzelne Ranglistensprünge von außen kaum nachvollziehbar erscheinen.
OpenVRS arbeitet nach dem Prinzip einer Monte-Carlo-Simulation: Das Tool berechnet sämtliche noch ausstehenden Partien der relevanten Teams, simuliert sie tausendfach mit unterschiedlichen Ausgängen und leitet daraus Wahrscheinlichkeiten für die Major-Qualifikation ab. Nutzer können damit selbst nachvollziehen, wie stark ein einzelnes Ergebnis die Chancen eines Teams verändert – ein Novum in einer Szene, in der die offizielle Ranglistenlogik bislang nur von Valve selbst vollständig überblickt wird.
Rechner und Ranglisten-Simulatoren rund um Major-Qualifikationen gibt es in der CS2-Community schon länger, meist als einfache Tabellenkalkulationen einzelner Analysten mit begrenzter Reichweite. OpenVRS unterscheidet sich davon durch den offen zugänglichen, wiederholbaren Ansatz: Statt einer statischen Momentaufnahme liefert das Tool laufend aktualisierte Simulationen, die sich mit jedem neuen Matchergebnis automatisch anpassen lassen. Für die Community bedeutet das einen Schritt weg von einzelnen, schwer nachprüfbaren Experteneinschätzungen hin zu einem Modell, dessen Annahmen und Methodik öffentlich nachvollzogen werden können – auch wenn es wie jede Simulation von den hinterlegten Annahmen über künftige Spielstärke abhängt und keine Garantie für tatsächliche Ergebnisse bietet.
Die Valve-Rangliste entscheidet direkt darüber, welche Teams sich für die Regional Major Rankings und letztlich für das Major selbst qualifizieren – für Organisationen und Spieler geht es dabei um die prestigeträchtigsten und finanziell bedeutendsten Turniere des Jahres. Dass die genaue Berechnungsformel nicht offiziell veröffentlicht wird, sorgt seit der Einführung des Systems regelmäßig für Spekulationen, wenn Teams nach gefühlt guten Ergebnissen in der Rangliste weniger stark klettern als erwartet oder umgekehrt. Community-Tools wie OpenVRS füllen diese Lücke, indem sie auf Basis öffentlich bekannter Regeln und Ergebnisse eigene Näherungsrechnungen anstellen – mit der Einschränkung, dass es sich um Annäherungen und nicht um offizielle Werte handelt.
Für Fans bedeutet das einen handfesten Mehrwert: Statt sich auf vage Einschätzungen von Experten zu verlassen, lässt sich mit wenigen Klicks simulieren, welches Szenario ein Team noch für die Qualifikation braucht – oder wie knapp eine Enttäuschung war.
Gerade für DACH-Fans ist ein zugängliches Simulationstool relevant, weil die Qualifikationschancen deutscher Organisationen wie BIG oder MOUZ regelmäßig Gesprächsthema sind, ohne dass die genaue Datengrundlage öffentlich nachvollziehbar wäre. Laut der aktuellen Valve-Rangliste vom 21. September 2026 steht MOUZ auf Platz 4 der Weltrangliste, BIG rangiert in den Top 20 – beide Teams bewegen sich damit in unterschiedlichen Zonen der Qualifikationslogik. Während ein Team wie MOUZ seine Position komfortabel absichern kann, hängt bei Teams im Mittelfeld wie BIG die Qualifikation oft von der Wahl der richtigen Turniere und einzelnen Kantersiegen oder -niederlagen ab.
Ein Tool wie OpenVRS erlaubt es, solche Szenarien für einzelne Teams konkret durchzuspielen, statt nur pauschal von "guten" oder "schlechten" Chancen zu sprechen. Für die Berichterstattung über die deutsche Szene ist das eine nützliche Ergänzung, um Ranglisten-Bewegungen von BIG und anderen DACH-nahen Teams im weiteren Turnierverlauf präziser einzuordnen, auch wenn die Ergebnisse als Annäherung und nicht als offizielle Prognose zu verstehen sind.
Auch für die nationale Amateur- und Nachwuchsszene, etwa die DACH CS Masters, ist die Grundidee interessant, auch wenn OpenVRS sich ausschließlich auf die internationale Major-Qualifikation bezieht: Transparente, nachvollziehbare Bewertungsmodelle sind ein Thema, das die gesamte Szene von der Weltspitze bis zur nationalen Liga betrifft. Wer selbst nachvollziehen kann, warum ein Team in einer Rangliste steigt oder fällt, versteht auch die Turnierlandschaft insgesamt besser – ein Effekt, von dem am Ende nicht nur Analysten, sondern auch Fans profitieren, die Diskussionen über Qualifikationschancen bislang nur auf Basis von Bauchgefühl und Experteneinschätzungen führen konnten.
OpenVRS ist ein von Analyst Finn "Mischief" Farrer entwickeltes, frei zugängliches Simulationstool, das die Qualifikationschancen für das CS2 Major auf Basis kommender Spiele berechnet.
Das Tool simuliert alle verbleibenden relevanten Partien tausendfach mit unterschiedlichen Ergebnissen und leitet daraus Wahrscheinlichkeiten für die Major-Qualifikation der einzelnen Teams ab.
Weil die offizielle Valve-Rangliste (VRS) laut dem Entwickler intransparent und schwer nachvollziehbar ist – OpenVRS soll Fans eine eigene, nachvollziehbare Annäherung ermöglichen.
Nein, es handelt sich um ein Community-Projekt. Die berechneten Werte sind Annäherungen und keine offiziellen Wahrscheinlichkeiten von Valve.
Laut Valve-Rangliste vom 21. September 2026 steht MOUZ auf Platz 4 der Weltrangliste, BIG befindet sich in den Top 20.
Zuletzt aktualisiert: 26. September 2026. Quelle: HLTV.org.