Snappi verlässt NIP als In-Game-Leader. Ninjas in Pyjamas und Marco „Snappi“ Pfeiffer haben sich am 31. August 2026 in gegenseitigem Einvernehmen getrennt, nachdem der 36-Jährige das Team knapp anderthalb Jahre lang als IGL geführt hatte. Der Anlass: konstant schwache Ergebnisse gegen Top-20-Gegner und ein Team, das über weite Strecken seiner Amtszeit außerhalb der Weltrangliste-Top-20 feststeckte.
Zahlen lügen selten, und bei Snappi sprechen sie eine klare Sprache. Gegen Top-20-Gegnerschaft kam der Ex-Falcons-Spieler im Schnitt nur auf ein HLTV-Rating von 0.83 – ein Wert, der für einen IGL zwar nicht ungewöhnlich niedrig ist (Shotcalling kostet Fragging-Impact), aber in Kombination mit ausbleibenden Tabellenplätzen zum Problem wurde. NIP rutschte während seiner Führung nie stabil in die Top 20 der Welt und blieb damit hinter den Ambitionen der schwedischen Traditionsorganisation zurück, die 2025 gezielt investiert hatte, um wieder an die goldene Ära der Marke anzuknüpfen.
Bereits vor dem offiziellen Aus hatte HLTV berichtet, NIP sondiere aktiv den Markt nach neuen IGL-Optionen – ein Schritt, der intern längst als Vorbereitung auf einen Cut gelesen wurde. Bei PGL Masters Bucharest musste zuletzt schon susp als Stand-in für Snappi einspringen, ein erstes sichtbares Zeichen dafür, dass die Rolle intern bereits zur Disposition stand.
Ganz ohne Lichtblicke verlief die Amtszeit nicht. Snappis größter Erfolg mit NIP war das Erreichen der Playoffs bei PGL Astana 2025, dem bis dato höchstklassigsten Resultat der Truppe unter seiner Führung. Daneben stehen Titel bei kleineren Turnieren wie dem Fragadelphia Las Vegas, dem HyperX Roman Imperium Cup VI und der Stake Ranked Episode 2 zu Buche – Erfolge, die für die Kontostände auf LAN-Reisen wichtig waren, aber die Kluft zur Tier-1-Konkurrenz nicht schließen konnten. Genau dieses Missverhältnis zwischen kleinen Titeln und ausbleibendem großen Wurf beschreibt am besten, warum sich beide Seiten nun trennen: Es fehlte der Nachweis, dass NIP unter Snappi konstant mit den besten Teams der Welt mithalten kann.
Selbst Snappi selbst hatte die Problematik zuletzt öffentlich eingeräumt. Nach einer 0:2-Niederlage in der ESL Pro League sprach er offen davon, dass NIP im Scrim-Betrieb ein anderes Team sei als in offiziellen Matches – ein Satz, der die strukturelle Krise treffend zusammenfasst: Das Potenzial war im Training sichtbar, ließ sich aber nicht zuverlässig in Punkte ummünzen.
Der Abgang reiht sich in einen Trend ein, der die Szene seit Monaten begleitet: Etablierte Organisationen tauschen ihre Shotcaller aus, sobald mittelfristige Ergebnisse ausbleiben, selbst wenn kurzfristige Achtungserfolge wie Astana vorliegen. Für Spieler wie Snappi, der zuvor bereits bei Falcons als IGL fungierte, wird der Markt damit enger. Organisationen setzen zunehmend auf jüngere, jedoch bereits bewährte Shotcaller, die parallel noch als Fragger mithalten können – ein Anforderungsprofil, das die Feld an verfügbaren Top-IGLs spürbar verkleinert.
Für NIP kommt erschwerend hinzu, dass die interne Kaderplanung durch den zeitgleichen Verlust der IGL-Position und die ungeklärte fünfte Position doppelt belastet ist. Eine schnelle, aber durchdachte Lösung ist entscheidend, um nicht in den verbleibenden Monaten der Saison 2026 den Anschluss an die europäische Tier-1- und Tier-2-Konkurrenz zu verlieren, die sich in den kommenden Wochen bei Events wie IEM Beijing und den Closed Qualifiers für das nächste Major weiter sortiert.
Der aktuelle NIP-Kader besteht aus Rasmus „sjuush“ Beck, Martin „stavn“ Lund und Kacper „xKacpersky“ Gabara, unterstützt von Roman „n0te“ Hamze als Stand-in und Richard „Xizt“ Landström als Coach. Die Organisation muss nun zwei Baustellen parallel angehen: einen neuen IGL finden und die Stand-in-Situation auf der fünften Position dauerhaft lösen. Für ein Team mit der Historie und den finanziellen Möglichkeiten von NIP ist das eine unangenehme, aber lösbare Aufgabe – vorausgesetzt, das Management trifft diesmal eine Wahl, die langfristig trägt statt kurzfristig zu kompensieren.
Stavn selbst gilt intern als möglicher Kandidat für mehr Shotcalling-Verantwortung, sollte NIP sich für eine interne Lösung statt eines externen Neuzugangs entscheiden. Für die DACH-Szene ist der Fall vor allem als Blaupause interessant: Traditionsorganisationen wie NIP zeigen erneut, wie schwer es selbst mit stabilem Backing ist, den Sprung zurück in die Weltspitze zu schaffen, wenn IGL-Findung und Kaderchemie nicht zusammenpassen.
Snappi und NIP trennten sich in gegenseitigem Einvernehmen, weil die sportlichen Ergebnisse über 18 Monate hinweg nicht zu den Ambitionen der Organisation passten. Ein Rating von 0.83 gegen Top-20-Gegner und das dauerhafte Verpassen der Top-20-Weltrangliste gaben letztlich den Ausschlag.
Das Erreichen der Playoffs bei PGL Astana 2025 gilt als das höchste Resultat, das NIP unter Snappis Führung erzielte. Kleinere Turniersiege wie beim Fragadelphia Las Vegas kamen hinzu, reichten aber nicht für den nachhaltigen Sprung in die Top-Riege.
Zum Zeitpunkt der Trennung hatte NIP noch keinen Nachfolger benannt. Die Organisation befindet sich laut eigenen Aussagen bereits in der Sondierung des Marktes für neue IGL-Optionen, ein interner Rollentausch etwa zu stavn gilt als eine mögliche Option.
Der Kader besteht aus sjuush, stavn und xKacpersky, ergänzt durch n0te als Stand-in für die offene fünfte Position. Coach Xizt Landström bleibt im Staff.